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Die elektrische Fasspumpe

16 February 2026 by
Die elektrische Fasspumpe
M+B Fluid Technology GmbH, Andreas Viereck

Prinzip der Fasspumpe

Eine Fasspumpe ist eine vertikale Kreiselpumpe. Am unteren Ende einer Antriebswelle (z. B. aus Edelstahl oder Hastelloy) rotiert ein Laufrad/Impeller mit typischen Drehzahlen von 10 000–12 500 min⁻¹. Im Alltag werden diese Pumpen auch Stabpumpen, Tauchrohrpumpen oder Containerpumpen genannt.

Eine Fasspumpen-Einheit besteht aus:

  • einem Antrieb (elektrisch oder druckluftbetrieben) und
  • einem anwendungs­gerechten Tauchrohr/Pumpwerk.

Je nach Medium und Temperatur stehen unterschiedliche Werkstoff­varianten zur Verfügung. Außerhalb von Ex-Zonen sind Tauchrohre in der Regel per Handrad werkzeuglos mit verschiedenen Motoren koppelbar.

Werkstoffe & Temperaturbereiche (Richtwerte)

  • Polypropylen (PP): bis 50 °C
  • PVDF: bis 90 °C
  • Aluminium: bis 90 °C
  • Edelstahl: bis 90 °C (mit ECTFE-Rotor) bzw. bis 120 °C (mit Edelstahl-Rotor)

Aufbau der Fasspumpe

  1. Motor – Elektro (z. B. 230 V/115 V/24 V) oder Druckluft (typ. bis 6 bar).
  2. Handrad/Spannkupplung – schnelle Verbindung Motor ↔︎ Tauchrohr.
  3. Adapter – zur Fass-/Behälterbefestigung.
  4. Schlauchanschluss – am Druckstutzen.
  5. Abgabeeinheit – z. B. Zapfpistole oder Ventil.
  6. Abgabeschlauch – in verschiedenen Ausführungen/Leitfähigkeiten.
  7. Pumpwerk/Tauchrohr – Außenrohr, Innenrohr, Antriebswelle (Edelstahl/Hastelloy), Rotor/Impeller.
  8. Pumpenfuß – Einlaufbereich mit Abstand zum Fassboden.

Kinematik & Lagerung:

Die Welle ist oben über eine Pumpwerkskupplung mit dem Motor verbunden und unten gelagert (chemikalienbeständiges PTFE- oder leitfähiges Kohle-Lager je nach Werkstoff/Anwendung). Das Laufrad fördert axial zwischen Innen- und Außenrohr in Richtung Druckstutzen.

Wichtige Hinweise zum Betrieb:

  • Der Rotor muss vollständig bedeckt sein; typ. ca. 2 cm Abstand zum Fassboden.
  • Fasspumpen erzeugen prozessbedingt Wärme und sind nicht für Dauerbetrieb ausgelegt.
  • Trockenlauf vermeiden (Gefahr von Lager-/Dichtungsschäden).
  • In Ex-Zonen nur geeignete, leitfähige Komponenten (Schläuche/Einbindungen/Erdung) verwenden; Gewindeanschlüsse (z. B. 1 ¼″) entsprechend ausführen.

Typische Tauchrohrlängen & Auswahl

  • Standardlängen: ca. 700, 1000, 1200, 1500, 1800 mm.
  • 200-l-Fass: meist 1000 mm Tauchrohr.
  • 1000-l-IBC: meist 1200 mm Tauchrohr.
  • Sonderlängen: je nach Anbieter möglich. Bei Kunststoff-Tauchrohren > 2000 mm sind Stabilität, Temperatur und Einsatzzweck gesondert zu prüfen.

Wichtig: Das Tauchrohr ist kein „leeres Saugrohr“, sondern ein präzises Pumpwerk mit Innenleben. Kürzen oder verlängern per Schlauch ist konstruktiv nicht zulässig.

Vorteile von Fasspumpen (überblick)

  • Modular: Motor und Pumpwerk kombinierbar
  • Breites Medienspektrum durch passende Werkstoffe
  • Schnelle Inbetriebnahme, einfache Wartung
  • Saubere Förderung mit passender Abgabeeinheit/Schläuchen
  • Optionen für Ex-Bereiche und Lebensmittelanwendungen

Auslegung – benötigte Angaben

Damit die passende Fasspumpe ausgewählt werden kann, sollten folgende Informationen vorliegen:

  • Beschreibung der Anwendung
  • Medium (zu fördernde Flüssigkeit) und Konzentration (bei Chemikalien/Gemischen)
  • Viskosität und Dichte/spezifisches Gewicht
  • Medientemperatur
  • Feststoffanteile/Partikel im Medium?
  • Geforderte Förderleistung und Gesamtförderhöhe/Leitungslänge
  • Behältergröße/-höhe (z. B. 200 l, IBC)
  • Betriebsdauer (h/Tag, Einschaltdauer)
  • Ex-Schutzzonen, hygienische oder regulatorische Anforderungen (z. B. Lebensmittel)
Geschichte der Handpumpe