Prinzip der Fasspumpe
Eine Fasspumpe ist eine vertikale Kreiselpumpe. Am unteren Ende einer Antriebswelle (z. B. aus Edelstahl oder Hastelloy) rotiert ein Laufrad/Impeller mit typischen Drehzahlen von 10 000–12 500 min⁻¹. Im Alltag werden diese Pumpen auch Stabpumpen, Tauchrohrpumpen oder Containerpumpen genannt.
Eine Fasspumpen-Einheit besteht aus:
- einem Antrieb (elektrisch oder druckluftbetrieben) und
- einem anwendungsgerechten Tauchrohr/Pumpwerk.
Je nach Medium und Temperatur stehen unterschiedliche Werkstoffvarianten zur Verfügung. Außerhalb von Ex-Zonen sind Tauchrohre in der Regel per Handrad werkzeuglos mit verschiedenen Motoren koppelbar.
Werkstoffe & Temperaturbereiche (Richtwerte)
- Polypropylen (PP): bis 50 °C
- PVDF: bis 90 °C
- Aluminium: bis 90 °C
- Edelstahl: bis 90 °C (mit ECTFE-Rotor) bzw. bis 120 °C (mit Edelstahl-Rotor)
Aufbau der Fasspumpe
- Motor – Elektro (z. B. 230 V/115 V/24 V) oder Druckluft (typ. bis 6 bar).
- Handrad/Spannkupplung – schnelle Verbindung Motor ↔︎ Tauchrohr.
- Adapter – zur Fass-/Behälterbefestigung.
- Schlauchanschluss – am Druckstutzen.
- Abgabeeinheit – z. B. Zapfpistole oder Ventil.
- Abgabeschlauch – in verschiedenen Ausführungen/Leitfähigkeiten.
- Pumpwerk/Tauchrohr – Außenrohr, Innenrohr, Antriebswelle (Edelstahl/Hastelloy), Rotor/Impeller.
- Pumpenfuß – Einlaufbereich mit Abstand zum Fassboden.
Kinematik & Lagerung:
Die Welle ist oben über eine Pumpwerkskupplung mit dem Motor verbunden und unten gelagert (chemikalienbeständiges PTFE- oder leitfähiges Kohle-Lager je nach Werkstoff/Anwendung). Das Laufrad fördert axial zwischen Innen- und Außenrohr in Richtung Druckstutzen.
Wichtige Hinweise zum Betrieb:
- Der Rotor muss vollständig bedeckt sein; typ. ca. 2 cm Abstand zum Fassboden.
- Fasspumpen erzeugen prozessbedingt Wärme und sind nicht für Dauerbetrieb ausgelegt.
- Trockenlauf vermeiden (Gefahr von Lager-/Dichtungsschäden).
- In Ex-Zonen nur geeignete, leitfähige Komponenten (Schläuche/Einbindungen/Erdung) verwenden; Gewindeanschlüsse (z. B. 1 ¼″) entsprechend ausführen.
Typische Tauchrohrlängen & Auswahl
- Standardlängen: ca. 700, 1000, 1200, 1500, 1800 mm.
- 200-l-Fass: meist 1000 mm Tauchrohr.
- 1000-l-IBC: meist 1200 mm Tauchrohr.
- Sonderlängen: je nach Anbieter möglich. Bei Kunststoff-Tauchrohren > 2000 mm sind Stabilität, Temperatur und Einsatzzweck gesondert zu prüfen.
Wichtig: Das Tauchrohr ist kein „leeres Saugrohr“, sondern ein präzises Pumpwerk mit Innenleben. Kürzen oder verlängern per Schlauch ist konstruktiv nicht zulässig.
Vorteile von Fasspumpen (überblick)
- Modular: Motor und Pumpwerk kombinierbar
- Breites Medienspektrum durch passende Werkstoffe
- Schnelle Inbetriebnahme, einfache Wartung
- Saubere Förderung mit passender Abgabeeinheit/Schläuchen
- Optionen für Ex-Bereiche und Lebensmittelanwendungen
Auslegung – benötigte Angaben
Damit die passende Fasspumpe ausgewählt werden kann, sollten folgende Informationen vorliegen:
- Beschreibung der Anwendung
- Medium (zu fördernde Flüssigkeit) und Konzentration (bei Chemikalien/Gemischen)
- Viskosität und Dichte/spezifisches Gewicht
- Medientemperatur
- Feststoffanteile/Partikel im Medium?
- Geforderte Förderleistung und Gesamtförderhöhe/Leitungslänge
- Behältergröße/-höhe (z. B. 200 l, IBC)
- Betriebsdauer (h/Tag, Einschaltdauer)
- Ex-Schutzzonen, hygienische oder regulatorische Anforderungen (z. B. Lebensmittel)